Die Entwicklungsstufen der Holzblasinstrumente – die „Holzigen“, die nicht immer aus Holz sind

Der Name „Holzblasinstrumente“ klingt eindeutig — bis man merkt, dass Querflöten aus Metall und Saxophone aus Messing ebenfalls dazugehören. Der Grund: Nicht das Material entscheidet, sondern die Art der Tonerzeugung. Und die funktioniert bei Flöten und Rohrblattinstrumenten nach festen Prinzipien, egal ob Holz, Metall oder Carbon.

Die große Einteilung sieht so aus:

🪈 Flöten

  • Kernspalte: z. B. Blockflöte

  • Kante: z. B. Querflöte

🎷 Rohrblattinstrumente

  • Doppelrohrblatt: Oboe, Fagott

  • Einfaches Rohrblatt: Klarinette, Saxophon

Gemeinsam ist ihnen ein Loch- und Klappensystem, das seit dem 17. Jahrhundert immer raffinierter wurde. Die Klarinette war hier Vorreiterin — sie bekam als erste Klappen verpasst.

Schon die Ägypter liebten ihre Flöten. Auf Steinreliefs sieht man sie als Längsflöten, die oben angeblasen wurden. Wenn man mehrere solcher Röhrchen zusammenklebte oder band, entstand die Panflöte (griech. „Syrinx“). Und aus dem gleichen Prinzip entwickelte sich später sogar die Orgel — im Grunde eine gigantische Flötenbatterie.

Die Schnabelflöte, Vorfahrin der Blockflöte, war im 16. und 17. Jahrhundert in Europa das Flöteninstrument schlechthin. Heute ist sie das meistgespielte Schulinstrument — und der Albtraum vieler Eltern, die während der Übungsphase tapfer durchhalten.

Die Querflöte gab es in Asien und Afrika schon lange, bevor sie im 17. Jahrhundert nach Europa kam.

Die Schalmei, ein Doppelrohrblattinstrument, kam durch die Araber nach Europa und verbreitete sich rasant. Das Chalumeau, ein einfaches Rohrblattinstrument der Renaissance, war der direkte Vorläufer der Klarinette.

Der Nürnberger Instrumentenbauer Johann Christoph Denner erfand 1690 die moderne Klarinette und verpasste ihr später die berühmte Überblasklappe, die das Instrument in die Duodezime springen lässt — ein Trick, der den Tonumfang enorm erweiterte. Trotzdem dauerte es noch rund 100 Jahre, bis die Klarinette im Orchester ankam.

Und schließlich entwickelte Adolf Sax aus derselben Instrumentengruppe das Saxophon — ein Holzblasinstrument aus Metall, das mit einem einfachen Rohrblatt gespielt wird und bis heute für Verwirrung sorgt, wenn man versucht, Instrumente nach Material zu sortieren.