Die Entwicklung der Blechblasinstrumente – von Tierhörnern zu Hightech-Ventilen

Wenn man ganz weit zurückspult, landen wir bei zwei erstaunlich simplen, aber genialen Erfindungen: hohle Bambusrohre und Kuh- oder Widderhörner. Diese Ur-Instrumente waren die ersten Vertreter der späteren Blechbläser — auch wenn damals noch niemand an glänzende Trompeten oder majestätische Tuben dachte.

Das Horn begleitet uns seit der Steinzeit: erst als Jagdsignal, später als Waldhorn, Althorn, Tenorhorn, Flügelhorn und in allerlei Varianten, die heute noch in Orchestern und Blaskapellen glänzen. Ein echter Dauerbrenner der Musikgeschichte.

Die Tuba der alten Römer — nicht zu verwechseln mit der heutigen Basstuba — war das offizielle „Achtung, jetzt wird’s ernst!“-Instrument. Soldaten nutzten sie für Signale, Priester für Rituale. Allerdings konnte man darauf nur Naturtöne spielen, also die Töne, die das Rohr von sich aus hergibt.

Erst im 15. Jahrhundert kam frischer Wind ins Blech: Die Zugposaune erlaubte plötzlich mehr als nur Naturtöne. Durch ihren beweglichen Zug konnte man verschiedene Grundtöne ansteuern — ein Quantensprung für die Musik. Schon im 11. Jahrhundert gab es Trompeten, im 14. Jahrhundert kamen gewundene Waldhörner dazu. Und später, im 19. Jahrhundert, sorgte Richard Wagner mit der Weiterentwicklung der Ventile dafür, dass Trompete, Horn & Co. endlich chromatisch durchstarten konnten.

Die Posaune war dabei der frühe Überflieger: Bereits im 16. Jahrhundert konnte sie dank ihres Zugs die komplette chromatische Tonleiter spielen. Trompete und Horn mussten dagegen bis ins 19. Jahrhundert warten, bis Ventile ihnen denselben Luxus ermöglichten.

Zur modernen Blechfamilie gehören heute: Horn, Trompete, Posaune, Tuba, Flügelhorn, Bariton und Tenorhorn. Kurz: alles, was glänzt, schmettert und mit vibrierenden Lippen betrieben wird.